schenk mir deinen atem, engel

schenk mir deinen atem, engel - Dana Kilborne Ungewöhnliche Heldin, maue Romantik

Faith ist 19, und ihren 30. Geburtstag wird sie wahrscheinlich nicht erleben. Sie leidet schon ihr ganzes Leben an einer heimtückischen, unheilbaren Krankheit. Bei einem Urlaub an der Küste, der ihre Lungen stärken soll, schwimmt sie zu weit hinaus aufs Meer - und wird Sekunden vor dem Ertrinken von Jake, einem wunderschönen jungen Mann, aus dem Wasser gezogen. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, und hat erstmal keine Ahnung, dass er kein Mensch ist, sondern ein gefallener Engel...

Dummerweise verrät die Kurzbeschreibung auf Amazon schon die überraschende Wendung gegen Schluss, das ist sehr ärgerlich!

Pros:
Faith ist ein Charakter, mit dem man mitfühlen kann: sie trägt ihre Krankheit tapfer, aber sie hat natürlich Träume und Wünsche, die wahrscheinlich nie in Erfüllung gehen werden. Ihr Kummer und ihre Verzweiflung darüber sind sehr "echt". (Und wie ungewöhlich, in einem Heftchenroman eine Heldin mit einer solchen Krankheit zu sehen!)

Ihr kleiner Bruder Will ist ebenfalls ein sympathischer Charakter, wenn er auch ein wenig kurz kommt...

An Jake gefiel mir, dass er tatsächlich eine Entwicklung durchmacht in diesem kurzen Heftchen: obwohl (oder vielleicht weil) er früher mal ein Schutzengel war, verabscheut er anfangs die Menschen, die sich gegenseitig töten, die Erde zerstören und anscheinend keinen Respekt gegenüber der Schöpfung haben. Je besser er Faith kennen lernt, desto mehr hinterfragt er diese Einstellung.

Kontras:

Die Wendung am Schluss ist ab einem gewissen Punkt relativ vorhersehbar (und Amazon hat sie, wie gesagt, eh schon verraten).

Dafür, dass der kleine Bruder eigentlich eine wichtige Rolle spielt, bleibt er doch etwas farblos.

Die Liebesgeschichte erschien mir ein wenig mau - irgendwie prickelt es (meiner Meinung nach) nicht so richtig zwischen Jake und Faith.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass das Heft zwar recht unterhaltsam war, aber irgendwie keine echte Spannung oder mitreißende Romantik aufkam. Es war nicht schlecht, aber wirklich in Erinnerung bleibt es auf Dauer wahrscheinlich nicht.